LeShop wächst 2014 um 4 %

5. Januar 2015 0 Kommentare

Lebensmittel-Umsatz wächst gar um 5.1 %

Die erste Umsatzzahl für 2014 im Online-Handel ist draussen: LeShop.ch legt um 7 Millionen oder 4 % zu - der Umsatz mit Lebensmitteln legt um 5.1 % zu. Mit dieser Quote dürfte sich LeShop.ch 2014 in etwa leicht unter dem Durchschnitt der Online-Handelsbranche bewegen. Aber ist diese Aussage resp. dieser Vergleich überhaupt korrekt und zollt sie der Leistung von LeShop genügend Respekt?

Eine eigene Kategorie: Onlinehandel mit Lebensmitteln 

Ich denke nicht, denn LeShop bewegt sich in einem ganz anderen Umfeld als Non-Food Online-Shops. Lebensmittel in der Schweiz online zu verkaufen ist für mich heute immer noch eine hochgeachtete Kunst, oder haben sie sich schon mal online auf die Suche nach Spaghetti oder einem "Pfünder" gemacht? Esswaren einkaufen ist wahrscheinlich in über 90 % der Fälle immer noch ein klassisch funktionaler Vorgang, welcher in der Maslowpyramide ein Grundbedürfnis unterster Stufe abdeckt (ja ich weiss, das Auge kauft auch ein...). Gerade deshalb ist es schwierig Konsumenten in ihrem Einkaufsverhalten zu verändern.

Als Migros- und Coop-Kinder sind wir zudem eine stationäre Versorgungsdichte gewohnt, welche in Europa ihres Gleichen sucht. Ja, Migros und Coop „klassisch“ verwöhnen Herr und Frau Schweizer immer noch mit einer Kundennähe (geographisch gemeint), welche es dem Food Online-Handel in der Schweiz nicht leicht machen sich auszudehnen.   

Umso höher ist das auf den ersten Blick langsame, aber kontinuierliche Wachstum von LeShop.ch einzustufen. Mit Beharrlichkeit, Gradlinigkeit und auch einer im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten liegenden Experimentierfreudigkeit (Drive through, Good Box, Mobile) arbeitet man sich vorwärts, um dann an vorderster Front dabei zu sein, wenn auch der Online-Handel mit Food explodieren wird. Wann dieses Jahr kommen wird, das wissen die Götter, aber es wird kommen. Bis dann wird sicher auch der ab und an altbacken gescholtene Web-Auftritt überarbeitet sein – aber auch das wird sicherlich mit der gewohnten Weitsicht angegangen. Oder haben Sie denn schon mal richtig emotional auf LeShop.ch eingekauft (wenn überhaupt)....?

Das Wachstum im Lebensmittelbereich beträgt stolze 5.1 %

Eine genaue Betrachtung der ausgewiesenen Umsätze erlaubt einen interessanten Rückschluss, welcher in allen Meldungen untergeht: LeShop.ch erzielt nur rund 1/5 des Gesamtumsatzes mit Alkoholika, Pampers und anderen Non-Food Artikeln erzielt und erreicht sagenhafte 133 Mio CHF Nettoumsatz mit reinem Lebensmitteln. Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass der Lebensmittelumsatz um 6.4 Mio CHF (netto) gestiegen ist, das Wachstum mit dem Kernprodukt Food erzielt wird und nicht mit einer "Non-Food-Offensive" erkauft wurde! Es gäbe in der Tat einfachere Mittel Umsatz zu bolzen - das Non-Food Angebot in der Migros-Gruppe liesse dies problemlos zu. LeShop.ch verzichtet offenbar bewusst darauf und hält Wachstum mit dem Kernsortiment "Food" im Fokus.

Und noch ein wenig in der Kristallkugel lesen...

Wenn dann der Lebensmittelhandel enldich explodiert wird der gängige Bestellstandard Mobile lauten, können Drive Through Abholungen auf alle Migros Filialen ausgerollt werden, wird Same Day Delivery zur Selbstverständlichkeit und werden die lästigen Versandkosten mit einer Migros Connect Pauschale in Form eines jährlichen Mitgliederbeitrages für alle Migros Töchter abgegolten. Noch viel mehr als heute wird es dann von Bedeutung sein, ob man ein Migros- oder ein Coop-Kind ist!

Also: Ein Kompliment für die Leistung an das LeShop.ch Team, das macht ihr schon gut, auch wenn ein paar Leute immer gerne 2stellige Wachstumsquoten sehen wollen. Eure Zeit wird kommen (und die von coop@home natürlich auch).

P.S.:

  1. Gerne lobe ich an dieser Stelle auch andere Online-Händler für deren Leistung – leider fehl dazu allzu oft einfach die Veröffentlichung der Umsatzzahlen als Steilpass für eine Lobpreisung!
  2. Ein Bitte hätte ich an LeShop.ch noch (gilt auch für coop@home): Wäre es nicht mal interessant noch einen Umsatzanteil Getränke (am besten getrennt in alkoholische und nicht alkoholische) zu publizieren?

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